Foto © Plan International | Projektaktivitäten im Rahmen von “Klimaschutz” auf den Salomonen

Hintergrund des Projekts

Die Salomonen gehören zu den am wenigsten entwickelten Ländern Ozeaniens. Die Folgen des Klimawandels sind hier bereits deutlich spürbar und bedrohen die Lebensgrundlage vieler Menschen des aus hunderten Inseln bestehenden Staates im Südpazifik. Das Ansteigen des Meeresspiegels, Küstenerosion, Sturmfluten und das Eindringen von Salzwasser in das Grundwasser gefährden die zahlreichen Siedlungen in Küstennähe sowie die Ernährungssicherheit der gesamten Bevölkerung. Marginalisierte Bevölkerungsgruppen, wie Kinder, Frauen, Menschen mit Behinderung und indigene Bevölkerungsgruppen, sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Bestehende Ungleichheiten werden dadurch weiter verstärkt. Sie haben weniger Zugang zu Ressourcen und Informationen, und sind kaum an Entscheidungsprozessen beteiligt. Dabei machen beispielsweise Jugendliche und Frauen die Mehrheit in den durch den Anstieg des Meeresspiegels bedrohten informellen Siedlungen aus. Von der Stadtplanung und der Verwaltung sind sie jedoch weitestgehend ausgeschlossen. Insbesondere in ländlichen Gebieten haben Mädchen und junge Frauen kaum Mitspracherecht. Durch soziale und klimatische Veränderungen sind sie mit großen Unsicherheiten konfrontiert, haben jedoch keine Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, wie mit den Herausforderungen umgegangen wird. Das Dorfleben und die Organisation in der Gesellschaft sind traditionell patriarchalisch geprägt und werden seit Jahrzehnten von einer komplexen Reihe an Geschlechternormen gestützt. Dies erschwert die Teilnahme von Mädchen und jungen Frauen am öffentlichen Leben und an Entscheidungsprozessen. Geschlechtergerechtigkeit wurde in den letzten Jahren als ein entscheidender Faktor in der internationalen Klimapolitik anerkannt. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wird beispielsweise gefordert, dass Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment von Frauen bei allen Aktivitäten im Bereich Klimawandel berücksichtigt wird. Hier setzt auch unser Projekt an.

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts ist es, Mädchen und Frauen zu stärken, sodass sie Entscheidungen zum Klimaschutz auf lokaler und nationaler Ebene beeinflussen und vorantreiben können. Dazu möchten wir Mädchen und junge Menschen in die Lage versetzten, ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen für den Klimaschutz zu definieren, zu vertreten und voranzutreiben. Zudem vernetzen wir sie mit regionalen und internationalen jugendlichen Klimaaktivist:innen. Unser ganzheitlicher Ansatz basiert auf der Annahme, dass eine effektive Arbeit nicht ohne ein gesteigertes Bewusstsein in den Gemeinden möglich ist. Wir arbeiten daher mit Mädchen, jungen Frauen, den Gemeinden, der Regierung, der Kirche und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Die Organisationen der Zivilgesellschaft auf den Salomonen sollen durch besseren Zugang zu Ressourcen und Kapazitätsausbau gestärkt werden, um junge Menschen dabei zu unterstützen, lokale Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Die Entscheidungstragenden in Gemeinden, Regierung und der Kirche sollen zudem sensibilisiert werden, die Stimmen von Mädchen und jungen Menschen stärker zu berücksichtigen.

Geplante Aktivitäten

Analyse der Ausgangssituation

Zu Beginn des Projekts wird eine Analyse durchgeführt, die die aktuellen Kapazitäten von Jugendlichen und der zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bereich Klimaschutz beleuchten. So sollen Chancen aber auch die Hindernisse für junge Menschen, insbesondere Mädchen und junge Frauen, identifiziert werden.

Mädchen und junge Menschen setzen sich für Klimaschutz ein

Um Mädchen und junge Menschen zu stärken, sich für ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellung zum Klimaschutz einzusetzen, wollen wir ihren Zugang zu Informationen und Weiterbildungsmöglichkeiten verbessern. Dazu bieten wir Trainings beispielsweise zum Thema Führung, Systemdenken und langfristige Planung an. Darüber hinaus schulen wir junge Klimaaktivist:innen zu Politik, Advocacy- und Kampagnenarbeit. Im Rahmen eines Förderprogramms unterstützen wir die Jugendlichen Ressourcen für Klimaschutzmaßnahmen zu mobilisieren und eigene Klimaprojekte wie beispielweise das Pflanzen von Mangroven umzusetzen. Zudem unterstützen wir Gruppen von jungen Menschen bei der Identifizierung und Lösung von lokalen Herausforderungen, die durch den Klimawandel entstehen. Die Gruppen sollen dazu befähigt werden, Unterstützung durch die Gemeinschaft zu erhalten und auf lokale Ressourcen zurückzugreifen. Um den Projektteilnehmenden ein sicheres Engagement zu ermöglichen, schaffen wir Räume, in denen sie sich geschützt für Klimaschutz engagieren können.

Stärkung von lokalen Organisationen

Lokale Organisationen werden in ihrem Schutz- und Risikomanagement gestärkt. So soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem junge Menschen sich engagieren und zu Vorbildern werden können, ohne ein Risiko von Diskriminierung und Übergriffen einzugehen.

Entscheidungstragende in Gemeinden, Kirchen und der Regierung sensibilisieren

Jungen Menschen werden, wo es angemessen und sicher ist, Plattformen zur Verfügung gestellt, auf denen sie ihre Bedürfnisse in Bezug auf Klimaschutz äußern können. So können ihre Anliegen in relevanten Entscheidungsforen und an wichtige Interessengruppen, wie politische, kirchliche und zivilgesellschaftliche Entscheidungsträger:innen herangetragen und gehört werden. Darüber hinaus werden Materialien für Aufklärungs-, Advocacy- und Kampagnenarbeit, entwickelt.

Vernetzung mit regionalen und internationalen Klimaaktivist:innen

Wir bringen junge Menschen, die sich für den Klimaschutz einsetzen, miteinander in Kontakt und unterstützen sie darin sich in regionalen und internationalen Netzwerken zu organisieren. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass junge Menschen die Möglichkeit erhalten an regionalen und internationalen Klimakonferenzen teilzunehmen. Dadurch möchten wir sicherstellen, dass die Regierungen und Entscheidungstragende die Beteiligung von jungen Menschen am Klimaschutz anerkennen.

Dieses tolle Projekt konnten wir bereits mit 1000 Euro unterstützen.